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Biografie

Ein Leben in drei Epochen.

Léon Degrelle (1906-1994), belgischer Journalist, Schriftsteller und Politiker, Gründer der Rex-Bewegung, zentrale Figur der wallonischen Kollaboration und später des franquistischen Exils.

Leben & Werdegang

Geboren am 15. Juni 1906 in Bouillon als fünftes von acht Kindern Édouard Degrelles, eines in Belgien niedergelassenen französischen Brauers, und Marie-Louise Boevers. Jesuitische Schulbildung in Namur, Jurastudium in Löwen, Leitung der Studentenzeitung L'Avant-Garde, dann Redakteur beim Vingtième Siècle.

1935 trennt ihn der „Coup de Courtrai“ von der Katholischen Partei. Bei den Wahlen von 1936 erhält Rex 11,5 % der Stimmen. Die Niederlage von 1937 gegen Van Zeeland und der Rückgang von 1939 markieren den Niedergang der Bewegung.

Nach dem deutschen Einmarsch von 1940 engagiert sich Degrelle in der Kollaboration. Er gründet die Wallonische Legion (1941), meldet sich als einfacher Soldat und tritt später in die Waffen-SS ein. 1944 verleiht ihm Hitler das Ritterkreuz; das Brüsseler Kriegsgericht verurteilt ihn in Abwesenheit zum Tode.

Am 6. Mai 1945 strandet eine Heinkel He 111 am Concha-Strand von San Sebastián. 1954 unter dem Namen Léon José de Ramírez Reina eingebürgert, stirbt er am 31. März 1994 in Malaga.

Léon Degrelle: Porträt im Zweireiher

Léon Degrelle: Porträt.

Historischer Kontext

Der Rexismus entsteht aus der Katholischen Aktion und einer Polemik gegen die parlamentarische „Fäulnis“, bevor er in einen autoritären Nationalismus und schließlich in die Kollaboration umschlägt. Die maßgebliche Geschichtsschreibung (Martin Conway, Alain Colignon, Eddy De Bruyne, Frédéric Saenen) dokumentiert diesen Umschlag, ohne ihn zu romantisieren.

Die im Exil veröffentlichten Nachkriegsschriften errichten eine persönliche Legende (Verherrlichung des Reiches, Leugnung der Shoah). Dieses Archiv legt das Material vor, ohne zu beschönigen und ohne in Skandalisierung zu verfallen.

Hinweis: Einige Dokumente betreffen sensible politische Zusammenhänge (Kollaboration, Waffen-SS, holocaustleugnende Pamphlete). Sie werden zu historischen und wissenschaftlichen Zwecken gezeigt und verlangen eine kritische, kontextbewusste Lektüre.
Exil & Spanien

Malaga 1945-1994: der Bau einer Legende.

Nach dem Zusammenbruch des Reiches fliegt Degrelle am 6. Mai 1945 mit einer requirierten Heinkel ab und stürzt bei San Sebastián ab. Am 29. Dezember 1944 in Abwesenheit zum Tode verurteilt, verbringt er fast fünfzig Jahre im franquistischen Spanien.

Die Notlandung von San Sebastián

In der Nacht vom 5. auf den 6. Mai 1945, nach einer langen Flucht durch das zusammenbrechende Reich, landet Degrelle notfallmäßig am Concha-Strand. Schwer verletzt wird er unter Polizeiaufsicht ins Krankenhaus gebracht.

Der Schutz des Franco-Regimes

Am 10. April 1947 lehnt der spanische Staatsrat die von Paul-Henri Spaak geforderte Auslieferung ab und stuft die Vorwürfe als „politisch oder mit politischer Tätigkeit verbunden“ ein. Am 22. August 1947 taucht Degrelle mit offenkundiger Duldung Madrids unter.

Eine neue Identität

Der belgischen Staatsangehörigkeit für verlustig erklärt, wird er 1954 unter dem Namen Léon José de Ramírez Reina spanischer Staatsbürger. Er kehrt ins öffentliche Leben zurück: Bauunternehmen, Wäscherei, später Kunsthandel.

Der Bau des Mythos

Bis zu seinem Tod am 31. März 1994 in Malaga veröffentlicht er Memoiren, Pamphlete und Interviews, die Hitler verherrlichen und die Shoah leugnen: eine persönliche Mythologie, von Conway, Colignon und De Bruyne widerlegt.

Am Concha-Strand von San Sebastián gestrandete Heinkel He 111, Mai 1945

Am Concha-Strand gestrandete Heinkel He 111, San Sebastián (Mai 1945): Fondo Car-Kutxa Fototeka.

Orientierung

Häufige Fragen.

Wer war Léon Degrelle?

Léon Degrelle (1906-1994) war ein belgischer Journalist, Schriftsteller und Politiker, Gründer der Rex-Bewegung (1935). Im Zweiten Weltkrieg engagierte er sich in der Kollaboration mit dem nationalsozialistischen Deutschland, in der Wallonischen Legion und später in der 28. SS-Freiwilligen-Division „Wallonien“.

Wann wurde Léon Degrelle geboren, wann starb er?

Léon Degrelle wurde am 15. Juni 1906 in Bouillon (Belgien) geboren und starb am 31. März 1994 in Malaga (Spanien).

Was war der Rexismus?

Der Rexismus war die von Degrelle gegründete politische Bewegung, hervorgegangen aus der Katholischen Aktion. Bei den belgischen Wahlen von 1936 erhielt Rex 11,5 % der Stimmen, verlor 1937-1939 rasch an Boden und ging schließlich in die Kollaboration über.

Warum lebte Léon Degrelle in Spanien?

1944 in Abwesenheit zum Tode verurteilt, floh Degrelle am 6. Mai 1945 an Bord einer Heinkel He 111, die bei San Sebastián strandete. 1954 unter dem Namen Léon José de Ramírez Reina eingebürgert, blieb er bis zu seinem Tod in Spanien.

Ist dieses Archiv eine offizielle Quelle?

Nein. Es ist ein unabhängiges, nicht kommerzielles Projekt ohne Verbindung zu Rechteinhabern, Erben oder offiziellen Archiven. Die Angaben stützen sich auf die maßgebliche Geschichtsschreibung (Colignon, Conway, De Bruyne) und sind gegenzuprüfen.

Diese Seite zitieren

Archiv Léon Degrelle, „Biografie von Léon Degrelle (1906-1994)“, leondegrelle.com, Stand: 14. August 2026, https://leondegrelle.com/de/leben (abgerufen am [Datum]).